Visuelle Botschaften helfen, Inhalte zu strukturieren. Das menschliche Auge besitzt einen Affekt zum Bild, denn Bilder und Grafiken können vom menschlichen Gehirn rascher, einfacher und kompakter erfasst werden als Text. Dieses Faktum ist besonders in unserer schnelllebigen Zeit eine wertvolle Fähigkeit, die sich die Medien heute bei der Infobereitstellung zunehmends zunutze machen. Zudem sind Abbildungen für uns häufig auch emotional besetzt, sodass wir uns diese einfacher merken.
Vom Bild zum Spiel – wie wir aus unserer eigenen Erfahrung wissen, haben wir besonders in unseren ersten Lebensjahren durch das Spielen viele wichtige Fähigkeiten erlernt. Das Spiel entspricht unserem Urinstinkt des Erforschens der Welt mit allen Sinnen. Und der angenehme Nebeneffekt dieses entspannten Tuns war das große Potenzial an neuen Erkenntnissen, die wir dabei gewonnen haben. Spiele spornen uns dazu an, unter äußerster Konzentration Höchstleistungen zu erbringen und Durchhaltevermögen zu zeigen. All diese Qualitäten werden von uns auch im beruflichen Alltag erwünscht. Diese Zielsetzung der spielerischen Effizienzsteigerung hat die Entwicklung der Methode Gamification begünstigt.

Was ist Gamification?

Die Strategie Gamification setzt Elemente, die uns aus Spielen vertraut sind, zu einem konkreten Zweck in wissenschaftliche und wirtschaftliche Softwarekonzepte ein, um die Nutzungsmotivation zu fördern und somit die Leistungseffizienz in bestimmten Bereichen zu steigern. Seit den 2000er Jahren ist Gamification bereits bekannt und seine Anwendung in Unternehmen erfreut sich seither eines enormen Zuwachses, sowohl im B2B- als auch im B2C-Segment. Folgende 3 Kriterien sind wichtig, damit die Software auch gerne angewendet wird: Das Modell muss Erfolg versprechend sein, es muss dem User die Möglichkeit bieten, in einen Wettbewerb einzusteigen, und – am wichtigsten – die Verwendung von gamifizierten Softwareanwendungen muss selbsterklärend sein und Spaß machen. Der Motivationsfaktor ist das Fundament, auf dem das Modell gründet.
Vor allem in großen Konzernen werden Gamification-Programme eingesetzt, während Klein- und mittelgroße Unternehmen aufgrund der aufwändigen Programmierung und des hohen Kostenfaktors auf kleiner dimensionierte Frameworks zurückgreifen. Übrigens sollte auch nicht vergessen werden, dass Gamification für jene Firmen, die über diese digitalen Ressourcen nicht verfügen, auch analog stattfinden kann. Ein Beispiel einer seit jeher erfolgreichen Motivationsstrategie in Firmen wären regelmäßig stattfindende klassische Mitarbeiterauszeichnungen für besondere Leistungen.

Wo wird Gamification eingesetzt?

Spiel- bzw. Wettbewerbsanreize werden z.B. eingesetzt, um Unternehmensprozesse oder Mitarbeiterschulungen zu begünstigen und effizient weiterzuentwickeln. Im Unternehmens-
bereich schreitet der Einsatz von Gamification-Programmen am schnellsten voran. Gamification-Software kann als Spiel, als App oder WebTool bzw. je nach individueller Erfordernis des Auftraggebers auch als umfangreiches Programm ausgeprägt sein. Die Zielsetzungen dahinter bestehen meistens in einer Steigerung der Mitarbeitermotivation, die sich in einer Produktivitäts-, Kreativitäts- und Effizienzsteigerung auswirken soll. Auch die Förderung des Wohlbefindens und des Gesundheitsbewusstseins seiner Angestellten ist vielen Firmen u.a. aus volkswirtschaftlicher Perspektive ein großes Anliegen, wofür in Gamification-Programme investiert wird.
Aber Gamification findet heute auch schon auf Social Media, Foren und Business-Plattformen wie LinkedIn bzw. auch auf der Onlineversandplattform Amazon statt. Amazon reiht seine Kunden für verfasste Rezensionen in einer sogenannten Top Reviewer Rangliste, um sie zu weiteren marketingfördernden Aktivitäten zu mobilisieren und gleichzeitig auf diese Weise Neukunden zu generieren.
Gamification-Strategien dienen auch zur Imagepflege in der Öffentlichkeit. So nutzen z.B. Medien wie Radiosender oder Zeitungen gerne Sportgroßereignisse für die Veröffentlichung von Gewinnspielen, die nicht auf dem Glücksfaktor beruhen, sondern auf dem Nachweis von Können und Wissen.
Auch die Werbung nutzt Gamification, beispielsweise, wenn hochpreisige Produkte beworben werden.
Und sogar in der öffentlichen Infrastruktur wird auch in Zukunft vermehrt auf Gamification gesetzt, um Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten zu wecken. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, solange, die Anwendung einen guten Zweck verfolgt, wie z.B. ein Stiegenaufgang, der einer Klaviertastatur nachempfunden ist und uns durch akustische Zusatzeffekte dazu mobilisieren soll, mehr für unsere Gesundheit zu tun und Stiegen zu steigen anstatt die Rolltreppe zu benützen, oder ein sprechender Mistkübel, der uns anspornt, unsere Umgebung rein zu halten.

Häufig eingesetzte Softwaretools in Gamification

In eine Gamification-Anwendung muss viel Kreativität investiert werden, damit diese sowohl visuell ansprechend als auch funktional optimiert ist und gerne genutzt wird. Und das System muss, dem Wesen eines Spiels entsprechend, selbsterklärend sein.
Ranglisten illustrieren den persönlichen Fortschritt
Der User möchte immer den Überblick über seinen aktuellen Stand und seinen Fortschritt im Gamification-Prozess im Blick haben. Dieser kann in unterschiedlichen Designvarianten dargestellt werden, wie z.B. in Punkteform, als Level, Highscore oder Fortschrittsbalken. Häufig wird der persönliche Status auch durch eine öffentliche Reihung ergänzt, die einen Vergleich mit anderen Teilnehmern ermöglicht und sich somit wettbewerbsverstärkend auswirkt.
Visuelles Feedback zeigt die Wechselwirkung von Aktivitäten und Resultaten
Der Anwender möchte in einem stetigen Interaktionsprozess darüber informiert werden, ob seine Handlungen zur Zielerreichung führen. Die Effizienz seiner Aktivitäten wird in den meisten Gamification-Anwendungen auch visuell umgesetzt.
Quests erläutern die Aufgabenstellung und das Zeitlimit
Die Quests geben vor, unter welchen Bedingungen die vorgegebene Mission erfüllt werden muss und ob diese alleine oder zum Zweck der Teamfähigkeit in einer Gruppenarbeit durchzuführen ist.

Beispiele bereits umgesetzter Gamification- Unternehmensprogramme

An dieser Stelle sei Jörg Hofstädter mit seiner Digitalagentur Ovos aus Wien erwähnt, der sich als Experte für gamifizierte Kampagnen und Projekte profiliert hat. Hofstädter führt an, dass sich spielerische Zugänge unter Zuhilfenahme des Bildelements vor allem bei sehr komplexen Themen oder Tätigkeiten lohnen, die sich bei einer Übersetzung in die Bildsprache leichter erfassen lassen. Mit Gamification-Tools können Schulungsteilnehmern Lehrinhalte in einer strukturierteren und spannenderen Weise angeboten werden, sodass diese auch leichter und schneller gelernt werden können. Ebenso erfolgreich zeigt sich Gamification zur Förderung von Aktivitäten, zu welchen sich manche Menschen nur durch einen äußeren Anreiz überwinden können wie z.B. zur sportlichen Aktivität.

Fortbildungs- und Teambildungsprojekte

Hofstädters Unternehmen hat nach diesem Prinzip im Auftrag der österreichischen Post eine E-Learning-Plattform geschaffen, die angehenden Mitarbeitern den Berufseinstieg erleichtern soll.
Ein weiteres Projekt unter dem Titel „Projekt Mental Health Training“ wurde von Ovos wiederum für die Managementetage eines Unternehmens zur Förderung der psychosozialen Gesundheit in Form einer Firmensimulation mit einem virtuellen Kollegium geschaffen.

Systemoptimierung mit gamifizierter VR

Wie in zahlreichen anderen Branchensegmenten macht Virtual Reality als Highlight unter den digitalen Technologien auch vor Gamification-Softwareprogrammen nicht Halt. Einige Unternehmen in Österreich arbeiten bereits mit VR-Softwareprogrammen, um Produktionsprozesse ohne Betriebsunterbrechungen auf Mängel und Fehler zu überprüfen. Gamification mit VR hat aufgrund seiner Effizienz hohes Zukunftspotenzial. Je differenzierter sich die VR-Technologie entwickelt, desto einfacher werden sich System-Optimierungen gestalten.

Zusammenfassung

Gamification setzt visuelle Elemente aus Spielen in wissenschaftliche und wirtschaftliche Softwarekonzepte ein, um die Nutzungsmotivation der Mitarbeiter zu fördern und die Leistungseffizienz zu steigern. Seit den 2000er Jahren ist Gamification bekannt. Seine Anwendung in Unternehmen verzeichnet enorme Zuwächse im B2B- und auch im B2C-Segment.

In eine Gamification-Anwendung muss viel Kreativität investiert werden, damit diese visuell ansprechend und funktional optimiert ist. Das System muss – einem Spiel entsprechend -selbsterklärend sein.

Mit Gamification-Tools können Schulungsteilnehmern Lehrinhalte in einer strukturierten und spannenden Weise angeboten werden, welche den Lernerfolg beschleunigen. Ebenso erfolgreich zeigt sich Gamification zur Förderung von Team-Aktivitäten, die der Überwindung von Hemmschwellen bedürfen, z.B. die sportliche Aktivität.

Virtual Reality als Highlight unter den digitalen Technologien wird bereits auch in Gamification-Softwareprogramme integriert. Mit Hilfe von VR wird es möglich, Fehler in Produktionsprozessen bei störungsfreiem Betrieb virtuell nachzuverfolgen. Je differenzierter sich die Technologie entwickelt, desto einfacher wird sich die System-Optimierung in industriellen Unternehmen gestalten.